Ende des "Wissenschaftlichen Walfangs" gefordert ┬╗ 2009

In 2008 weltweit ├╝ber 1.500 Wale erlegt

Anl├Ąsslich der Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) auf Madeira 2009, fordert die Umweltschutzorganisation WWF ein Ende des so genannten "Wissenschaftlichen Walfangs". Nach Angaben der Umweltschutzorganisation erlegte die japanische Walfangflotte 2008 unter wissenschaftlichem Vorwand ├╝ber 900 Wale, darunter auch bedrohte Arten wie Sei- und Finnwale.

 "Viele Walpopulationen stehen als Folge der intensiven Bejagung der vergangenen zwei Jahrhunderte noch immer am Abgrund. Ihr ├ťberlebenskampf wird durch den unn├Âtigen Anachronismus des wissenschaftlichen Walfangs nur noch weiter versch├Ąrft", warnt WWF-
Experte Volker Homes. Wer die Meeress├Ąugetiere studieren und wirklich wissenschaftlich untersuchen wolle, der m├╝sse sie nicht t├Âten. Ingesamt wurden in der Jagdsaison 2008 von Norwegen, Island und Japan ├╝ber 1.500 Wale erlegt, obwohl es seit 1986 einen weltweiten Fangstopp (Moratorium) auf alle Gro├čwalarten gibt. Hinzu kommen jedes Jahr hunderttausende Delphine, T├╝mmler und Wale, die in Fischernetzen ertrinken oder bei Schiffskollisionen ums Leben kommen. Auch die Folgen des Klimawandels setzen einigen Walarten zu, da sie durch eine globale Erw├Ąrmung ihre polaren Lebensr├Ąume und R├╝ckzugsgebiete zu verlieren drohen.

 Grafik: obs/WWF 2009

Der WWF kritisiert, dass bereits seit vielen Jahren auf den Tagungen der IWC haupts├Ąchlich um Mehrheiten geschachert wird. Dabei haben die Walfangbef├╝rworter in der Vergangenheit an R├╝ckhalt gewonnen. Allerdings hat Japan bereits vor einigen Jahren ├Âffentlich zugegeben, Entwicklungsl├Ąndern Geld zu bieten, damit sie in die IWC eintreten und dort im Sinne des Walfangs stimmen, obwohl sie daran eigentlich nicht interessiert sind. Inzwischen haben Gegner und Bef├╝rworter einen nahezu identischen Stimmenanteil. "Die inhaltliche Arbeit ist in den letzten Jahren durch die Pattsituation in der IWC fast vollst├Ąndig zum Erliegen gekommen", kritisiert Volker Homes. "Die ├ächtung des wissenschaftlichen Walfangs wurde durch die gekauften Stimmen bisher stets verhindert."

 Der WWF fordert neben einem Ende des so genannten wissenschaftlichen Walfangs ein Verbot der Waljagd in Meeresschutzgebieten, wie etwa der S├╝dpolarregion. Au├čerdem d├╝rften keine bedrohten Arten mehr erlegt werden. "Die Bundesregierung muss sich f├╝r eine Reform der IWC einsetzen und sich darum bem├╝hen, L├Âsungen f├╝r die Probleme der Wale und Delphine zu finden", fordert Volker Homes. (ots; WWF am 21.06.2009)

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