Union Carbide (heute Dow Chemical)
und die Bophal-Katastrophe » 03.12.1984

In der Nacht vom 2. auf den 3. Dezember 1984 kommt es im zentralindischen Bophal zur größten Chemiekatastrophe des 21. Jahrhunderts. Aus einer Pestizidfabrik der US-Firma Union Carbide (2001 von Dow Chemical übernommen) treten 24 Tonnen des Gases Methylisocyanat aus. Die Giftwolke tötet etwa 8.000 Anwohner. In der Folge sterben bis zu 20.000 weitere Opfer an irreparablen Gesundheitsschäden. 150.000 Inder leiden noch nach 20 Jahren an den Spätfolgen; auch kommt es unverhältnismäßig oft zu Geburtsfehlern in der Region.

Union Carbide akzeptiert außergerichtlich eine Schadensersatzzahlung von 470 Mio. US-Dollar, womit jedoch lediglich kurzfristig die medizinische Versorgung der Opfer sichergestellt werden kann. Ohne Sanierungsmaßnahmen verkauft die US-Firma die verseuchte Fabrik an den indischen Staat Madhya Pradesh. Böden und Trinkwasser bleiben rund um das 40.000 ha große Werksgelände vergiftet. Dow Chemical lehnt die Verantwortlichkeit für die Altlasten der aufgekauften Union Carbide Corporation ab, wenngleich NGO's wie Greenpeace (Kampagne 2003) den zwischenzeitlich zweitgrößten Chemiekonzern der Welt zum Handeln drängen.  (LLa)

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