Tunguska-Ereignis verwüstet 3.000 km² » 30.06.1908

Nach mehr als 100 Jahren des Rätselns gilt das außergewöhnliche Explosionsereignis von Zentralsibirien zumindest als erklärbar: Ein kosmischer Gesteinskörper muss in wenigen Kilometern Höhe in der Taiga über dem Fluss Steinige Tunguska mit der Kraft von 400 bis 1.400 Hiroshima Bomben (5-18 Megatonnen TNT) explodiert sein. Das Geschoss aus dem All durchmaß 30 bis 80 Meter und raste mit 70.000 km/h auf die Erde zu. Wie die Zeitschrift "Bild der Wissenschaft" weiter anlässlich einer Konferenz zum 100. Jubiläum des Einschlags zusammenfasst, zerstörte die Druck- und Hitzewelle rund 3.000 km² Fläche, legte 60 Mio. Bäume um und drückte noch in 60 km Entfernung Fenster und Türen von Gebäuden ein. "Wikipedia" ergänzt: "Noch in über 500 Kilometern Entfernung wurden ein heller Feuerschein, eine starke Erschütterung, eine Druckwelle und ein Donnergeräusch wahrgenommen […]. Aufgrund der dünnen Besiedlung des Gebietes gab es nur wenige Personenschäden." Selbst in Deutschland waren Erderschütterungen gemessen worden.

Seit den ersten Expeditionen in den 1920er und 1930er Jahren stellen Wissenschaftler Theorien über das Ereignis auf und sind in mancherlei Fragestellungen bis heute unsicher. Um welche Art Himmelskörper handelt es sich? Warum entstand kein adäquater Krater? Warum gab es danach helle Nächte über Europa (in London konnte man nachts draußen die Zeitung lesen)? Wieso wuchsen die Bäume danach ungewöhnlich schneller wieder nach? Woher rühren die festgestellten Genmutationen in der Pflanzenwelt? Kein Wunder, dass bis heute zahllose weitere, teils phantastische Hypothesen kursieren. Schlagwörter sind hier: Gasexplosion, Permafrost-Vulkan, Antimaterie, Schwarzes Loch, Nuklearexplosion, UFO-Absturz, Unfall Außerirdischer.

Eine von vielen anregenden Darstellungen hat Patrizia Pfister verfasst, im Netz zugänglich unter
www.sax.de/~stalker/pad/200005/.   (LLa)

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Wenn Winterorkane in Mitteleuropa Zigtausende Bäume wie Streichhölzer knicken,
dann gibt das einen kleinen Eindruck von der Druckwelle, die 1908 die Natur der
Taiga verwüstete.                                                                                        Foto: HessWald

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