Uns geht ein neues Licht auf, die Energiesparlampe » 1986

Energiesparlampen sind elektronisch geregelte Kompakt-Leuchtstofflampen. Leuchtstofflampen finden schon seit den 1960er Jahren Verbreitung, werden jedoch aufgrund ihres unangenehmen Lichtes (hoher Blau-Anteil) im privaten Bereich kaum eingesetzt. Erst 1986 beginnt der Siegeszug dieses stetig weiterentwickelten und variierten Leuchtkörpers unter dem neuen Namen "Engergiesparlampe", der von der Industrie auch unter Marketinggesichtspunkten treffend gewählt wurde.

Anfang des 21. Jahrhunderts macht die Energiesparlampe aus Motiven des Klimaschutzes und der Energieeffizienz einen deutlichen Karrieresprung. Denn 2008 kommt von der Europäischen Kommission die Initiative für ein "Glühbirnenverbot". Am 8. Dezember 2008 beschließen die Sachverständigen des Ökodesign-Regelungsausschusses der EU die schrittweise Abschaffung von Glühlampen ab 2009, begonnen bei Glühlampen über 100 Watt. Ab Ende 2012 müssen die klassischen Glühbirnen in Europa ganz aus den Regalen verschwunden sein, und es dürfen nur noch Energiesparlampen verkauft werden.

Energiesparlampe_Gluehlampen_Verbot

  

Energiesparlampen haben, bei sorgfältigem Gebrauch, eine mehrfach längere Lebensdauer als Glühbirnen, die meist nur rund 1.000 Stunden überdauern und in dieser Zeit deutlich mehr Strom verbrauchen. Allerdings liegt der Anschaffungspreis der Energiesparlampen deutlich höher.

Um den Einspareffekt zu verdeutlichen, gibt der Rat für nachhaltige Entwicklung folgendes Rechenbeispiel: Ein 2-Personen-Haushalt verbraucht jährlich ca. 400 kWh Strom für die Beleuchtung. Mit 80 Prozent Energiesparlampen sinkt der Verbrauch auf ca. 120 kWh. Der Haushalt spart dadurch rund 60 Euro Energiekosten.

Energiesparlampen könnten aus Sicht einiger Mediziner gesundheitsschädlich sein. Der Berliner Charité-Chefarzt Dieter Kunz bezeichnet den hohen Blauanteil im Lampen-Lichtspektrum als "Wachmacher" für den menschlichen Körper. Das bläuliche Licht unterdrücke das Schlafhormon Melatonin. Das "kalte" Licht der Sparlampen könnten also gerade abends und nachts auf Dauer ungesunde Auswirkungen haben. (LLa)

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