Die Wackersdorf-Proteste » Febr. 1985 – Mai 1989

Das bayerische Wackersdorf wird im Februar 1985 definitiv als Standort einer Wiederaufbereitungsanlage (WAA) benannt und somit über Nacht zu einem Zentrum der Anti-Atom-Bewegung. Es steht damit in der Tradition von Gorleben, wo die Pläne zum Bau einer WAA nach großem Protest 1979 aufgegeben wurden.

Anfang 1986 kommt es in Wackersdorf zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei. Der Protest wird im April 1986 durch die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl weiter befeuert. Die Protestschlachten dauern bis ins Jahr 1989 und müssen am Ende mit drei Toten und Hunderten verletzter Demonstranten und Polizisten bilanziert werden.

Am 31. Mai 1989 wird das Bauprojekt eingestellt; die BRD und Frankreich bzw. die Energieversorger VEBA (D) und COGEMA (F) vereinbaren, Brennelemente aus westdeutschen AKW zukünftig in der französischen WAA La Hague aufzuarbeiten.

20 Jahre später beschreibt Bayerns Umweltminister Söder (CSU) die Wackersdorf-Zeit wie folgt: "Viele Beamte wurden damals durch gewalttätige Demonstranten verletzt. Das war auch das Problem an Wackersdorf. Friedliches Demonstrieren ist okay, aber Gewalt ist falsch. […] Wackersdorf war am Ende doch keine ökologische, sondern eine ideologische Debatte. Entweder man war für oder gegen die WAA. Damals ging es nicht um Klimaschutz. Das ist der Unterschied zu heute. Im übrigen soll es ja manchen extrem militanten Demonstranten gegeben haben, der sogar aus dem Osten unterstützt wurde." (SZ, 04.06.2009, S. 38)  (LLa)

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